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Am 6. Mai werden in den Gemeinden und Kreisen in Schleswig-Holstein wieder Parlamente gewählt. Da die Fahrradfreundlichkeit vor Ort erheblich durch die Entscheidungen der Kommunalpolitiker mitbestimmt wird, wendet sich der ADFC vor der Kommunalwahl mit seinen Forderungen an die Parteien. Der Landesvorstand hat für die Kreisebene 13 Kernforderungen beschlossen, die den Einflussbereich der Kreispolitik betreffen und zu einem fahrradfreundlichen Schleswig-Holstein beitragen sollen.

Kernforderungen für die Kreise

  1. Radverkehrskonzept auf Kreisebene – für Alltagsradverkehr, Freizeit und Tourismus
  2. Verknüpfung von Fahrrad und Öffentlichem Verkehr fördern: Fahrradmitnahme im Bus und Sammelschließanlagen an Bahnhaltepunkten
  3. Fahrradwegweisung als Kreis koordinieren – Planung, Bau und Unterhaltung
  4. Teilnahme des Kreises an der Kampagne STADTRADELN des Klima-Bündnis
  5. Berücksichtigung des Radverkehrs bei allen Planungen und frühzeitige Beteiligung des ADFC
  6. Fahrradfreundliche Maßnahmen durch die Verkehrsbehörde: Fahrradstraßen, Einbahnstraßenöffnung, Radfahrstreifen, Schutzstreifen anwenden
  7. Tempo 30 vor Schulen und sozialen Einrichtungen anordnen
  8. Überprüfung der Radwegebenutzungspflicht und ggf. Freigabe von Gehwegen zum Radfahren
  9. Einladung des ADFC zur jährlichen Verkehrsschau
  10. Fahrradkoordinator*in in der Kreisverwaltung
  11. Mitgliedschaft bei RAD.SH
  12. Fahrradforum unter Beteiligung von Politik, Verwaltung und Verbänden (u. a. ADFC)
  13. Optimierung radtouristischer Produkte und Vermarktung in „Deutschland per Rad entdecken“

Einige Kreise gehen mit gutem Beispiel voran und erfüllen schon einzelne Punkte: So ist der Kreis Segeberg Gründungsmitglied bei RAD.SH und überarbeitet gerade sein Radverkehrskonzept. Beim Stadtradeln sind der Kreis Steinburg, der Kreis Segeberg und der Kreis Stormarn bereits dabei. Außerdem machen die kreisfreien Städte Kiel, Neumünster und Lübeck sowie eine Reihe weiterer Städte in anderen Kreisen mit.

Zur Förderung des Fuß- und Radverkehrs in Schleswig-Holstein wurde am 28. März 2017 die kommunale Arbeitsgemeinschaft „RAD.SH“ von acht Städten, Gemeinden und dem Landkreis Segeberg gemeinsam aus der Taufe gehoben.
„Das Rad muss ja nicht ständig neu erfunden werden“, freute sich Dr. Olaf Tauras, Oberbürgermeister der Stadt Neumünster über die Gründung der RAD.SH. Mit der  Gründung einer Kommunalen Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Fuß- und Radverkehrs schließt Schleswig-Holstein zu zehn weiteren Bundesländern auf, in denen solche Vereinigungen bereits arbeiten.
„Wir wollen Erfahrungen austauschen, Planungsleistungen bündeln, Fördermittel einwerben, Kampagnen für den nicht motorisierten Verkehr anschieben und unsere Verwaltungen mit RAD.SH unterstützen. Die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft ist auch ein Bekenntnis unserer Mitglieder zur Mobilität mit dem Rad und zu Fuß“, erklärte der frisch gewählte Vorsitzende.
Als weitere Vorstandsmitglieder wurden die Bürgermeister Jan Wiegels aus Mölln, Wilfried Bockholt aus Niebüll, Björn Demmin aus Preetz und der Landrat des Kreises Segeberg, Jan Peter Schröder, gewählt.
Auf der Gründungsversammlung wurden neben organisatorischen Vorbereitungen der Vereinsarbeit auch bereits erste Empfehlungen an die Landespolitik beschlossen. Der Vorsitzende OB Tauras: „Wir wünschen, dass die ehemalige befristete Radkoordinierungsstelle, zuletzt angesiedelt bei der Tourismusagentur des Landes [TA.SH], wieder - und diesmal unbefristet - eingerichtet und zukünftig bei RAD.SH angesiedelt wird. Der Verein will sich um Fuß- und Radverkehr im Alltag, in der Freizeit und auch im Tourismus bemühen. Das gehört für den echten Norden zwischen den Meeren dazu.“
Die Gründungsmitglieder repräsentieren mit rund 780.000 Einwohnern bereits ein gutes Viertel des Landes. Weitere Kommunen haben ihren Beitritt angekündigt.
Die Initiatoren Allgemeiner Deutscher Fahrradclub [ADFC] e. V. und Verkehrsclub Deutschland [VCD] e. V. hatten die Vereinsgründung vorbereitet. Dabei wurden sie vom schleswig-holsteinischen Verkehrsministerium finanziell unterstützt; auch für die Folgejahre sind für RAD.SH Mittel eingeplant. „Wir freuen uns natürlich sehr, dass jetzt die Vereinsgründung erfolgt ist und unterstützen RAD.SH in der Anfangsphase, bis das Rad von selbst rollt.“, erkläret Carsten Massau, Geschäftsführer des ADFC Schleswig-Holstein.

Weitere Informationen zu RAD.SH:

Die Gründungsmitglieder sind:
1. Entwicklungsagentur für den Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg AöR
2. Gemeinde Timmendorfer Strand
3. Kreis Segeberg
4. Stadt Kellinghusen
5. Stadt Kiel
6. Stadt Mölln
7. Stadt Neumünster
8. Stadt Niebüll
9. Stadt Norderstedt
10. Stadt Preetz
Weitere Städte sind an einem schnellen Beitritt zum Verein interessiert. Der offizielle Startschuss für RAD.SH soll im Rahmen der jährlich vom Land durchgeführten Fachtagung Radverkehr im Herbst 2017 erfolgen.

RADSH Gründungsversammlung 17 03 28

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Initiatoren und Vertreter der Gründungsmitglieder von RAD.SH: vlnr Carsten Massau (ADFC), Frank Hartmann (Kreis Segeberg), Frank Thomsen (Entwicklungsagentur für den Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg AöR), Hans-Joachim Grote (Norderstedt), Jan Wiegels (Mölln), Dr. Olaf Tauras, (Neumünster), Reinhard Rübner (Kellinghusen), Kirsten Kock (VCD), Björn Demmin (Preetz), Peter Todeskino (Kiel), Wilfried Bockholt (Niebüll), Regine Maaß (Timmendorfer Strand)

Kontakt:

ADFC Schleswig-Holstein e. V.

Carsten Massau

Tel. 0431/670 750 33

mobil: 0174/16 73 0 73
                

VCD Nord e. V.

Kirsten Kock

Tel: 0431/986 46-26

mobil: 0176/55 90 78 50

                                           www.RAD.SH, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!