Nav Ansichtssuche

Navigation

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Schleswig-Holstein hat auf seiner Landesversammlung am 09.11.2019 in Bad Segeberg ein umfassendes Sofortprogramm für den Radverkehr gefordert. Pro Jahr soll das Land mindestens 10 Euro pro Einwohner*in für die Förderung des Radfahrens ausgeben. Die notwendigen 27 Millionen Euro für das Land Schleswig-Holstein sollen aus dem Haushaltstopf für das Landesstraßennetz kommen.

„Die Landesregierung will in den nächsten Jahren hunderte von Millionen in Landesstraßen stecken. Zusätzlich sollen mehrere Milliarden in Autobahn-Großprojekten wie der A20 in Schleswig-Holstein verbaut werden“, stellt der ADFC-Landesvorsitzende Thomas Möller fest. „Dieses Geld fehlt nicht nur für den Klimaschutz, sondern zementiert ein klimaschädliches Verkehrssystem und verhindert eine klimafreundliche Verkehrswende, die Fahrrad, Bus und Bahn für die Menschen attraktiv macht.“

Der ADFC fordert die Landesregierung auf, die 10 Millionen Euro für Radwege aus der Jamaika-Koalitionsvereinbarung unbürokratisch in ein Sofortprogramm zu investieren, das alle Kommunen und die Bevölkerung einbezieht. Konkret fordert der ADFC u.a. 100 Fahrradstraßen, den Umbau von 100 Kreuzungen zur Vermeidung von Abbiegeunfällen, 100 Querungshilfen an Hauptverkehrsstraßen, 10.000 Fahrradbügel an wichtigen Bushaltestellen und Plätzen, Radverkehrskonzepte für alle Kreise und 50 interkommunale Schulwegkonzepte.

Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) soll zu einem Landesbetrieb Mobilität mit einem Kompetenzzentrum für Radverkehrsförderung weiterentwickelt werden. Der ADFC fordert den LBV auf, Bautrupps zur Reparatur von Radwegen an Bundes- und Landesstraßen loszuschicken und Radwege nur noch nach den neuesten technischen Standards zu planen.

Die Bundesregierung hat mit ihrem Klimaschutzpaket vorgelegt und stellt in den nächsten Jahren 900 Millionen zusätzlich für den Radverkehr zur Verfügung. „Jetzt müssen der Landtag und die Landesregierung endlich ernst machen mit dem Klimaschutz“, sagt Thomas Möller. „Wir fordern die Landesregierung auf, im ganzen Land eine klimafreundliche Verkehrswende einzuleiten und dabei auf das Radfahren als Leitmobilität zu setzen.“

Am 6. Mai wurden in den Gemeinden und Kreisen in Schleswig-Holstein wieder Parlamente gewählt. Da die Fahrradfreundlichkeit vor Ort erheblich durch die Entscheidungen der Kommunalpolitiker mitbestimmt wird, wendet sich der ADFC vor der Kommunalwahl mit seinen Forderungen an die Parteien. Der Landesvorstand hat für die Kreisebene 13 Kernforderungen beschlossen, die den Einflussbereich der Kreispolitik betreffen und zu einem fahrradfreundlichen Schleswig-Holstein beitragen sollen.

 
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.