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So geht "Verkehrswende von unten"

Am 15. März 2019 werden Schüler*innen im Rahmen der „FridaysForFuture“-Bewegung erneut dem Schulbetrieb fern bleiben, um für einen weltweiten Klimastreik auf die Straße zu gehen und unter anderem erneut eine Verkehrswende zu fordern. Die junge Generation ist wütend. Sie hat die Nase endgültig voll von zögerlicher, halbherziger Politik und verlangt, dass diese endlich handelt, um den fortschreitenden Klimawandel zu stoppen. Doch in punkto Verkehr muss niemand länger warten: das Fahrrad ermöglicht schon jetzt die Klimawende von unten...

Wir alle müssen mobil sein. Klar! Um den Ausstoß klimaschädlicher Abgase und die hohe, nicht hinnehmbare Zahl von Unfallopfern im Verkehr einzudämmen, ist jedoch entscheidend, auf welche Weise wir uns fortbewegen. Eine der einfachsten und offensichtlichsten Lösungen: ein sofortiger, massiver Umstieg aufs Rad.

Die Fakten

Die Verwendung fossiler Brennstoffe durch den motorisierten Verkehr trägt zu rund einem Viertel die Schuld an der Entstehung des gesundheits- und klimaschädlichen Treibhausgases CO². Sein Ausstoß ist in der Vergangenheit sogar noch gestiegen; ebenso wie die Zulassungszahlen. Angesichts der drängenden, globalen Probleme unserer Zeit erscheinen Fahrzeuge mit Verbrennungstechnologie wie ein zynischer Anachronismus: sie belasten unser Land mit hohen volkswirtschaftlichen Kosten, Lärm, Umweltschäden und bedeuten eine Verschwendung von Platz und Ressourcen.

In Hinblick auf die weltweit drohende Klimakatastrophe erscheint es vielen Menschen inzwischen geradezu irrsinnig, dass nach wie vor überwiegend für Autos gedacht, geworben, geplant und gebaut wird. Dabei hat das urbane Mobilitätsverhalten die Grenzen des Machbaren längst überschritten. Autofahrer sind immer häufiger Gefangene ihrer eigenen Mobilitätsentscheidung: sie mussten laut ADAC im letzten Jahr rund 459.000 Stunden (cirka 52 Jahre!) im Stau stehen. Entspannung ist nicht in Sicht: die Vereinten Nationen sagen voraus, das bis 2050 fast 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten und Ballungszentren leben werden.

Blicken wir auf den hohen Norden: 57% aller Wege, die in Schleswig-Holstein hauptsächlich mit dem Auto zurückgelegt werden, sind maximal fünf Kilometer lang. Und in 73% aller Fälle endet der Weg nach spätestens zehn Kilometern. (Quelle: MiD 2017)

Umdenken!

Solch geringe Entfernungen können viele Menschen hervorragend mit dem Rad oder Pedelec bewältigen - darin steckt also ein riesiges Veränderungspotenzial! Die Politik plant indes stolz ein Autobahn-Projekt nach dem nächsten anstatt den Umweltverbund aus Fuß- und Radverkehr sowie öffentlichen Verkehrsmitteln gezielt auszubauen. Dies zeigt sich schon an den personellen Ressourcen der jeweiligen Ressorts. 

Federation European Cyclists Children cycling CC BY 2.0 klein

Das Fahrrad als Alltagsverkehrsmittel bietet einen sofortigen Ausweg aus dem Moblitäts-Dilemma. Zudem ist es jederzeit verfügbar, sozial gerecht, gesund, umweltfreundlich, ressourcenschonend, kostengünstig, einfach, flexibel, praktisch und bequem – und es macht Spaß!

 

Wenn wir kommenden Generation eine intakte Welt übergeben wollen, dann bedeutet das unter anderem: täglich rauf auf's Rad! Zudem braucht Deutschland jetzt eine Verkehrspolitik und eine Mobilitätskultur, die das Fahrrad als eine der umweltfreundlichsten Fortbewegungsarten wertschätzt und endlich entschlossen und konsequent fördert.

Umsteigen!

82% aller Schleswig-Holsteiner*innen besitzen ein Fahrrad oder Pedelec. Wenn Sie demnächst also wieder los müssen, denken Sie bitte zuallererst an Ihr Rad! Sie werden sehen: es ist für alle möglichen Zwecke sowie kurze und mittlere Entfernungen hervorragend geeignet. Probieren Sie's doch einfach mal (wieder) aus! Sie werden sehen: Sie schaffen das!

Nachhaltig mobil

Mit Blick auf das Klima ist auf längeren Strecken eine Kombination des Fahrrades mit Bus und Bahn die richtige Alternative. Inzwischen gibt es sogar Züge mit umweltfreundlichen Wasserstoff-Antrieben, einer davon fährt bereits durch Schleswig-Holstein. 

Verkehrsmittelwahl CO2 Bilanz
Unsere Grafik zeigt deutlich, für welche Verkehrsmittel man sich unter Klimaschutzaspekten entscheiden sollte.

 

Infrastruktur jetzt zügig und konsequent ausbauen!

Damit Menschen das Rad im Alltag sicher nutzen können, braucht es jetzt ferner im gesamten Land Schleswig-Holstein ein leistungsfähiges, qualitativ hochwertiges und flächendeckendes Radverkehrsnetz, Radschnellwege für Pendler*innen und überall Möglichkeiten für sicheres Fahrradparken wie z.B. Fahrradparkhäuser wie es sie in fahrradfreundlichen Ländern wie Dänemark oder Holland seit Langem gibt.

Da wo keine ausreichenden Verkehrsflächen für den Radverkehr vorhanden sind, müssen diese zuungunsten des überbordenden Autoverkehrs adäquat neuverteilt werden. Je mehr Radverkehr unterwegs ist, umso mehr Platz bleibt für den noch übrigen Kfz-Verkehr, denn im Schnitt bedeutet jeder Radfahrende ein Auto weniger auf der Straße.

Ganz klar: eine zukunftsweisende Verkehrspolitik ist im Interesse unserer Kinder jetzt massiv gefordert! Der Weg hin zu einer nachhaltigen Mobilität ist schlicht alternativlos. Das Gute ist: er bedeutet letztlich keinen Verzicht, sondern einen enormen Gewinn an Lebensqualität für uns alle...