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Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und gewandelter Lebensstile nutzen immer mehr Menschen auf ihren alltäglichen Wegen das Fahrrad. Auch für den Weihnachtseinkaufsverkehr gewinnt die emissionsfreie Mobilität auf zwei Rädern somit an Bedeutung. Es werden im Einkaufsverkehr 11% der Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Auf den Arbeitswegen sind es hingegen 18%, im Freizeitverkehr 17%, obwohl in größeren Städten wie Kiel Einkaufsmöglichkeiten oder der eigene Arbeitsplatz oft nur wenige Kilometer entfernt sind, wenn nicht sogar nur um die Ecke. Laut der Kieler Verkehrsentwicklung nutzen seit 2013 10% der Wohnbevölkerung die öffentlichen Verkehrsmittel, 30% sind zu Fuß unterwegs und 17% sind mit dem Rad unterwegs (inzwischen verzeichnet der Radverkehr einen Anstieg auf 23%). 43% der Kieler*innen fahren immer noch mit dem Kraftfahrzeug, an dieser Zahl muss dringend etwas geändert werden, denn freie Parkplätze werden immer seltener und könnten eigentlich anderweitig für Freizeitaktionen genutzt werden, wie der ADFC mit seiner Aktion „Park(ing)day“ zeigt. Außerdem ist die von Kraftfahrzeugen verursachte Luftverschmutzung in Ballungsräumen oft sehr hoch und schlecht für die Gesundheit.

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Deshalb ist es während der dunklen Jahreszeit umso wichtiger, den Radverkehr am Laufen zu halten sowie, die Radwege von Schnee und Eis zu befreien. Denn „wichtig ist bei Radfahrstreifen und Schutzstreifen, dass die Breiten der Wege eingehalten werden“, sagt Sebastian Bührmann vom Deutschen Institut für Urbanistik. Verengte Radwege sind die Folge von falscher Räumung, denn Schnee von der Straße wird oft einfach auf den Radweg geschoben, sodass Radfahrende auf der Straße fahren müssen. Über 70 der Radfahrenden fühlen sich laut einer Umfrage für den Fahrradmonitor 2017 unsicher und sehen sich gezwungen, ihren Weihnachtseinkaufmit dem PKW zu erledigen.

Seitens der Einzelhändler*innen, der Stadtmarketinggesellschaften und der lokalen Politik herrscht vielfach eher Skepsis über die Kaufkraft Rad fahrender Kunden. Traditionell sind die Geschäfte und ihr Umfeld an den Erfordernissen des Autoverkehrs ausgerichtet. Großflächige Parkplätze und schnelle Pkw-Erreichbarkeit werden als Erfolgsfaktoren der Einzelhandelsstandorte betrachtet. Dabei wird häufig außer Acht gelassen, dass Radfahrende ein kaufkräftiges und zudem wachsendes Marktsegment darstellen und fahrradfreundliche Einkaufsbedingungen lukrativ sind.

Auch die langen Staus vor und in der Innenstadt lassen vermuten, dass wir mit dem Rad schneller, stressfreier und gesünder unsere Weihnachtseinkäufe erledigen könnten. Und wer kann schon was dagegen haben, in der Vorweihnachtszeit der weit verbreiteten Gewichtszunahme ganz nebenbei entgegenzuwirken? Deshalb empfiehlt der ADFC allen kleinen und großen Weihnachtsfrauen und –männern, einfach mal umzusatteln.

Quellen:

Forschung Radverkehr

Co2online

Verkehrsentwicklung in der Landeshauptstadt Kiel

 

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