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Zu dem von dem Stadtplanungsamt vorgelegten Entwurf zur Umgestaltung des Lindenplatze möchten wir wie folgt Stellung nehmen:

Wir befürworten folgende Maßnahmen:

  • Verringerung der Anzahl der Fahrbahnen in der Zufahrt aus der Fackenburger Allee von 3 auf 2 Zufahrten.
    Da an dieser Zufahrt (sowohl am Fußgängerüberweg als auch bei der Einfahrt) die meisten Unfälle geschehen und durch die Vielzahl der Spuren ggf die Sicht schlecht ist, gehen wir davon aus, dass alleine diese Maßnahme eine erhebliche Erhöhung der Sicherheit bringen wird.

  • Einspurige Ausfahrt in die Moislinger Allee
    Mit dieser Maßnahme wird die tangentiale Spur von der Fackenburger Allee entfernt. Während alle anderen Verkehrsteilnehmer sich weit vor dem Kreisverkehr in die richtige Spur einordnen können, müssen Radfahrer, die von der Fackenburger Allee, der Konrad-Adenauer Allee oder der Hansestraße stadteinwärts fahren wollen, innerhalb des Kreisels die Spur wechseln. Das führt immer wieder zu gefährlichen Situationen, besonders, weil Kfz-Führer ihre Aufmerksamkeit oft eher nach links orientieren als nach rechts, wo die Radfahrer fahren. Heute empfinden die Radfahrer die Situation als gefährlich, weil sie, nachdem sie bereits eine Fahrspur (die direkte von der Fackenburger Allee in die Moislinger Allee) gequert haben, gelegentlich von PKW auf der zweiten Spur in die Moislinger Allee abgedrängt werden.

  • Schutzstreifen auf der Fahrbahn des Kreisverkehrs
    Diese Maßnahme macht deutlich, dass sich Radfahrer im Kreisverkehr befinden und mit ihnen zu rechnen ist.

Folgende Maßnahmen lehnen wir ab:

  • Bau eines benutzungspflichtigen Radweges zwischen Holstentorplatz und Lindenplatz
    Die Einrichtung eines benutzungspflichtigen Radweges führt zu einer Zwangsführung zum Fußgängerüberweg. Dort sind die Radfahrer verpflichtet abzusteigen. Schon heute wird diese Route von den ungeübten Radfahrern bevorzugt. Man kann daran auch erkennen, dass die Neigung tatsächlich abzusteigen gering ist, was zu der hohen Zahl von Unfällen am Fußgängerüberweg führt. Mit der Maßnahme werden nun auch die geübten Radfahrer an diesen Ort geführt, die bisher direkt in den Kreisverkehr gefahren sind.
    In der Konsequenz der Einrichtung des benutzungspflichtigen Radweges sollen auch die Radfahrer aus der Moislinger Alle zwangsweise an den Fußgängerüberweg geführt werden. Es ist damit zu rechnen, dass dann lieber die Fußgängerüberwege Moislinger Allee und Hansestraße fahrend entgegen der Fahrtrichtung benutzt werden. Dies bedeutet eine Verlagerung der Unfälle von der Fackenburger Alle in die anderen Zufahrten.
    Weiterhin ist mit einer erhöhten Anzahl von linksfahrenden Radfahrern auf der Puppenbrücke zu rechnen, die Unfallstatistiken zeigen, dass dies ein zusätzliches Gefahrenpotential birgt.
    Wegen des beschränkten Platzangebots auf der Puppenbrücke wird es durch einen Bordsteinradweg zu erheblichen Konflikten mit Fußgängern kommen, die schon jetzt schubweise zu wenig Platz haben. Bei Einrichtung der geplanten LSA wird es außerdem Probleme geben, weil die schnell fahrenden Radfahrer, die in die Fackenburger Allee abbiegen wollen, die langsam fahrenden Radfahrer, die auf die Grünphase der LSA warten, auf dem schmalen Radweg nicht überholen können.
    Als Alternative im Sinne eines Lückenschlusses können wir uns vorstellen, dass ein Schutzstreifen auf der Fahrbahn aufgetragen wird. Diese Maßnahme könnte dafür sorgen, dass die derzeit auf dem Fußweg fahrenden Radfahrer, die Radverkehrsanlage benutzen.

  • Lichtsignalanlage statt Fußgängerüberweg
    Die Erfahrungen von Lichtsignalanlagen zeigt, dass diese solange optimiert (d.h. optimal für den motorisierten Verkehr) werden, bis die Fußgänger und Radfahrer mit langen Wartezeiten und Zwischenstopps auf die Geduldsprobe gestellt werden. (s. Wakenitzbrücke im Zuge der Ratzeburger Allee)
    Zurzeit wird zwar noch dargestellt, dass die Radfahrer, wenn sie vom Holstentor kommen (was auch schon nicht alle machen) eine Grünphase erreichen, die Frage stellt sich wie lange dies der Fall sein wird, wenn sich Rückstaus für den PKW-Verkehr ergeben. Da die Strecke von der Willy-Brandt-Allee bis zum Lindenplatz recht lang ist, und die Geschwindigkeit der Radfahrer sehr unterschiedlich, ist es fraglich, ob die derzeit geplanten 20 Sekunden Grünphase ausreichend sind.
    Weiterhin ist in den aktuellen Planungen die LSA auf der stadteinwärts gelegenen Seite noch links vom Radweg eingerichtet. Wir gehen davon aus, dass die Straßenverkehrsbehörde bei der Anordnung die LSA auf die rechte Seite des Radweges verlegen wird. Damit wird die Zufahrt zum Lindenplatz ebenfalls wartepflichtig. Dies bedeutet nicht nur eine Verschlechterung für die Radfahrer, es ist darüber hinaus damit zu rechnen, dass die Gelegenheit genutzt wird auf die andere Straßenseite zu kommen und somit das gefährliche linksseitige Radfahren gefördert wird.