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Der ADFC Lübeck hat sich eingehend mit der Situation des Radverkehrs auf und um die Possehlbrücke herum befasst, wie sie sich derzeit zu Beginn der Neubaumaßnahme darstellt. Als Ergebnis ist festzustellen, dass hier noch Handlungsbedarf besteht um die Verkehrssicherheit deutlich zu verbessern und die Unfallgefahren dementsprechend herabzusetzen. Hierzu haben die Aktiven des ADFC Vorschläge erarbeitet und an die Lübecker Verkehrsbehörde weitergereicht. Wir sind überzeugt, dass die nachfolgend beschriebenen Maßnahmen maßgeblich dazu beitragen, die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen.

 

Linksseitige Radwege sind extrem gefährlich. Deshalb sind sie laut StVO auch grundsätzlich verboten. Dennoch kann es sein, dass in Ausnahmesituation keine bessere Lösung gefunden werden kann. Die Verkehrsbehörde muss dazu aber in der Risikobeurteilung überzeugend darlegen, warum sie von der Intention des Gesetzes und den geltenden Normen (VwV-StVO und ERA) abweichen will. Sie muss nachweisen, dass alle Maßnahmen ergriffen wurden, um die Gefährdungen der Benutzer maximal zu reduzieren.

1. Radwegefurt Possehlstraße

Radfahrer fahren straßenbegleitend entlang der Hauptverkehrsstraße. Eine Abbiegespur führt untergeordnet von der Possehlbrücke in die Possehlstraße. Vor der Possehlstraße steht für die Kfz ein "Vorfahrt achten"-Schild, aber 10m davor müssen die kreuzenden Radfahrer warten. Praktisch halten aber alle Kfz an, u.a., weil ein Zebrastreifen parallel zur Radfahrerfurt führt. Die unserer Meinung nach falsch aufgestellten Schilder "Vorfahrt achten" für die Radfahrer dienen nur dazu, ihnen im Falle eines Unfalls die Schuld zu geben. In der Praxis (jederzeit vor Ort zubeobachten) führen sie nur zur Verunsicherung auf beiden Seiten. Die Kfz-Abbiegespur sollte konsequent an beiden Kreuzungen (Radfahrerfurt und Possehlstraße) Wartepflicht haben. Auf den Zweirichtungsradverkehr soll durch die Markierung des Sinnbildes „Fahrrad“ mit Richtungspfeilen sowie die Aufstellung von Zeichen 205 StVO mit Zusatzzeichen 1000-33 StVO (Radverkehr kreuzt von rechts und links) hingewiesen werden."

 

2. Absatz zwischen Fußweg und Radweg

Der Radweg ist angesichts des starken Radverkehrs viel zu schmal für einen Zweirichtungsradweg. Immer wieder kommt es vor, dass Radfahrer auf den Fußweg ausweichen müssen. Wegen des Absatzes kann es leicht zu Stürzen kommen. Die Kante sollte entfernt und (provisorisch) mit Asphalt geglättet werden.

 

 

3. Laternenpfähle auf der Brücke

Der Radweg ist angesichts des starken Radverkehrs viel zu schmal für einen Zweirichtungsradweg. Im Bereich der Brücke stellt der sehr hohe Absatz zur Fahrbahn eine zusätzliche Gefahr dar. Die Angst vor einem Absturz führt dazu, dass viele Radfahrer einen großen Abstand zur Fahrbahn einhalten wollen. Immer wieder kommt es vor, dass Radfahrer auf den Fußweg ausweichen müssen. Dabei kann es leicht zu einer Kollision mit den unmittelbar neben dem Radweg stehenden Laternenmasten kommen. Da die Laternen ohnehin über kurz oder lang entfernt werden, empfehlen wir eine sofortige Demontage. Falls erforderlich, könnte eine (Baustellen-)Beleuchtung am Brückengeländer angebracht werden. Überlegenswert wäre auch die Beschilderung als gemeinsamer Fuß- und Radweg stadteinwärts (Zeichen 240) - aber erst nach Entfernung der Laternen!

4. Einfahrt zu den Sportanlagen

Die Einfahrt zu den Parkplätzen der Lübecker Turnerschaft ist besonders während des Berufsverkehrs sehr stark befahren. Hier kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen, weil der Radweg erstens wegen der parkenden Kfz schwer einsehbar ist und die Kfz-Führer zweitens nicht mit Radfahrern aus der falschen Richtung rechnen. Hier müssen Maßnahmen zur Sicherung der Radfahrer getroffen werden (Parkverbot neben der Einfahrt, Markierungen, Schilder (Radfahrer kreuzen aus beiden Richtungen ( Zeichen 138 mit Doppelpfeil)).

5. Querparken

Entlang des Radwegs (wie gesagt: viel zu schmal!) parken Kfz senkrecht zum Radweg und ragen zum Teil sehr weit in den Radweg hinein. Dadurch wird der Radweg noch schmaler. Ein Ausweichen ist wegen des Grünstreifens nicht möglich. Hier muss das Querparken verboten werden oder an den Stellen, wo der Parkstreifen ausreichend breit ist, müssen Schweller o.ä. im Abstand von 110cm zum Radweg angebracht werden, die ein Hineinragen von Motorhauben oder Kofferräumen verhindern

 

6. Aufstellplatz vor der Fußgängerampel

Gerade im morgendlichen Berufsverkehr sammelt sich eine große Anzahl an Radfahrern an. Es ist kein Aufstellplatz vorhanden. Eine wichtige Maßnahme ist unter 7 beschrieben. Etwas Abhilfe würde auch schaffen, wenn der Parkplatz unmittelbar neben der Ampel noch als Aufstellfläche hergerichtet werden würde (Parkverbot, Abschrägen der Bordsteinkanten).

 

 

7. Wartezeiten zu lang

Entsprechend der Ausführungen ganz oben muss die Strecke des Zweirichtungsradwegs so kurz wie irgend möglich gehalten werden. Folgerichtig endet er auch an der Fußgängerampel. Nachvollziehbar ist dieses Ende aber für schätzungsweise 30-50% der Radfahrer nicht wirksam. Erstens ist es recht unscheinbar beschildert und zweitens ist die Wartezeit an der Ampel unerträglich lang. Unabhängig davon, wie lang die letzte Grünphase her ist, muss man ab dem Drücken immer 60 Sekunden warten, bis man fahren darf. Weil das zu dem beschriebenen gefährlichen Verhalten führt (linksseitiges Fahren und Einfahren in den Kreisverkehr aus der falschen Richtung (aber es fahren schließlich doch alle links herum um den Kreisel)), muss die Wartezeit erheblich verkürzt werden.

Im Übrigen würde es der ADFC Lübeck begrüßen, wenn wir in die Planungen des Brückenneubaus, insbesondere in die Neugestaltung der Kreuzung mit der Possehlstraße mit einbezogen werden. Direkte Kfz-Abbiegespuren und starke Verschwenkungen des Radwegs entsprechen nicht dem Stand der Technik und führen immer wieder zu gefährlichen Situationen und Unfällen. Gern würde der ADFC zu einer sicheren Lösung beitragen.